Dokumentation | 101 min | HD

WEIL ICH KÜNSTLER WAR

Christophe Cognet

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Christophe Cognet (*1966) beschäftigte sich bereits in vielen Dokumentarfilmen und filmischen Essays mit dem Weltgeschehen und unterzieht dabei stets unser Weltbild einer genauen Überprüfung. Wie in seinen zwei Filmen über Afrika: LA VOIX DES GÉNIE (DIE STIMME DES GENIES) und GONGGONBILI. LA VOIX DES GÉNIE hatte eine sehr erfolgreiche Festivalkarriere und handelt von Musikern, während GONGGONBILI ein afrikanisches Rebellendorf portraitiert, in dem sich Krönungseid, systematische Rachezüge und Banditentum miteinander vermischen.

Weiterhin realisierte er die Filme: LES SENTIERS DE FRED VARGAS (DIE WEGE VON FRED VARGAS), La PLANÈTEPERDUE (DER VERLORENE PLANET) – ein Film, der über amerikanische Serien reflektiert, sowie LA MER EN COLIMACON - eine Analyse in Bildern von Fellinis Schiff der Träume etc. Darüber hinaus hat Christophe Cognet einen von Orson Welles unvollendeten Film über die Dominici-Affäre rekonstruiert, der große Beachtung bei vielen Kritikern fand und zudem weltweit auf zahlreichen Festivals präsentiert wurde. 

„Was mich zutiefst bewegt hat, das war die schreckliche Schönheit all dieser Körper, die wie die Äste eines Scheiterhaufens aufeinander lagen, und die Hände und Füße, die daraus hervor ragten. Diese tragische Eleganz faszinierte mich... Es war eine absolute Notwendigkeit, dies zu reproduzieren, darzustellen, zu zeigen, und für später zu erhalten.“  - Zoran Music

WEIL ICH KÜNSTLER WAR (vormals: THE BEAUTY) ist eine Untersuchung über die 30 000 Kunstwerke, die im Geheimen in den Konzentrations-und Vernichtungslagern der Nazis zwischen 1933 und 1945 geschaffen worden sind.

Wir werden diesen Zeichnungen, Lavierungen, Gemälden entgegengehen, die in den Beständen lagern. Das heißt Kartons und Schränke öffnen, Schubladen aufziehen, Seidenpapier hochheben, in Frankreich, in Deutschland, in Israel, in Polen, in Tschechien, in Belgien... Das heißt auch, mit den wenigen deportierten Künstlern sprechen, die noch am Leben sind: über die tragische Schönheit dieser Werke, die Gefühle, die sie hervorrufen, ihre Ausgrenzung, ihre Signaturen oder Anonymität, ihren Stil, sowie über die Darstellung von Entsetzen und Vernichtung.

Es geht darum, ein Gefühl für diese gezeichneten Gesichter, Körper und Landschaften zu bekommen, diese paradoxe Suche durchzuführen... sich diese Realität besser vorzustellen, und zu versuchen, die Schönheit dieser in der Hölle entstandenen Kunstwerke zu empfinden.

Ja, man kann von Schönheit, von ästhetischer Befriedigung im Konzentrationslager sprechen. Das ist nicht unanständig. Das ist sogar unumgänglich.

WEIL ICH KÜNSTLER WAR ist ein poetischer Kinodokumentarfilm über die Notwendigkeit der Kunst. In der Auseinandersetzung mit Kunstwerken, die von Insassen der KZs heimlich angefertigt wurden, gelingt dem Autor Christophe Cognet ein intensiver Blick auf das Leben und Sterben in den Lagern. Dem Zuschauer wird dabei deutlich, wieso die Menschen diese Werke schaffen mussten, und dass Kunst genauso lebensnotwendig wie Nahrung oder Wasser sein kann...

Produzent:
La Huit Production
Koproduzent:
augenschein Filmproduktion
Förderung:
FFA/Minitraité
Filmbüro MV
EURIMAGES
Herstellungsjahr:
2013
Drehbuch:
Christophe Cognet
Jean Breschand
Pierre-François Moreau
Regie:
Christophe Cognet
Produzent:
Stephane Jourdain
Jonas Katzenstein
Maximilian Leo
Drehbuch:
Christophe Cognet
Jean Breschand
Pierre-François Moreau
Regie:
Christophe Cognet
Produzent:
Stephane Jourdain
Jonas Katzenstein
Maximilian Leo
Kamera:
Nara Keo Kosal
Schnitt:
Catherine Zins
Herst. Leitung:
Frédéric Duuez
Keve Zvolenszky
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